Der Begriff „SEEPOST” beinhaltet die Bearbeitung der beförderten Post an Bord eines Schiffes während der Überfahrt. Viele Stempel, die in ihrer Inschrift die Bezeichnung „SEEPOST” tragen, sind nach unserer heutigen Definition „SCHIFFSPOSTEN”. Seeposten im eigentlichen Sinne waren nur die Deutsch-Amerikanischen Seeposten von Bremen, bzw. Hamburg nach New York, sowie heimkommend als US-GERMAN-SEA-POST fahrend. Auf der Reise nach Amerika führte ein deutscher Postbeamter die Oberaufsicht, während auf der Rückreise nach Europa einem amerikanischen Seepostbeamten die Aufsicht übertragen wurde. Gemeinsame Seeposten mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika bestanden auch zwischen Frankreich und Großbritannien.
Die beiden abgebildeten Postkarten zeigen zwei weitere Stempeltypen der Seepost auf der Linie Bremen-New York
Die beiden folgenden Briefe dokumentieren den Seepostdienst der HAPAG auf der Deutsch-Amerikanischen Seepost von Hamburg nach New York.
Wie eingangs erwähnt, wurden gleichzeitig mit der Errichtung der Deutsch-Amerikanischen Seepost von Bremen nach New York von der amerikanischen Postverwaltung die U.S.German Sea Post eingerichtet für die Reisen New York - Bremen bzw. Hamburg. Die jeweiligen Seepostämter erhielten für die Rückreise die Leitung der Einrichtung und verwendeten eigene Seepoststempel, siehe dazu den nachfolgenden Beleg.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 wurden die Deutsch-Amerikanischen Seeposten eingestellt und die Seepostämter geschlossen.
Bereits im August 1920 vereinbarte der Norddeutsche Lloyd Bremen mit der in den USA neu gegründeten United States Mail Steamship Company in New York wieder gemeinsame Fahrten zwischen Bremen und New York, aus der sich im Jahr 1925 wieder ein regelmäßiger Seepostdienst entwickelte, der auf beiden Seiten zum Teil sogar die noch vorhandenen Seepoststempel der Deutsch-Amerikanischen Seepost verwendete.
Nach und nach wurden in diesen Dienst neu erbaute große Schnelldampfer von Bremen oder Hamburg ausgehend eingestellt, die mit Seepostämtern ausgerüstet wurden. Der Norddeutsche Lloyd Bremen stellte 1929 und 1930 seine beiden großen Turbinendampfer „BREMEN” und „EUROPA” in Dienst, die zur Beschleunigung von Postaufgaben mit Schleuderflugzeugen ausgerüstet waren, um den Empfängern diese ca. 30 Stunden vor Ankunft der Schiffe zustellen zu können. Der nachfolgend abgebildete Brief dokumentiert eine solche Beförderung.
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1.9.1939 wurde die Seepost zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Nordamerika eingestellt. Damit endet die Geschichte der Deutsch-Amerikanischen Seepost zwischen Bremen bzw. Hamburg und New York.